„Fass den Text zusammen“ klingt einfach. Trotzdem ist die Inhaltsangabe eine der Textsorten, bei denen in Klasse 6 und 7 die meisten Punkte verloren gehen. Die Texte werden zu lang, erzählen spannend nach statt sachlich, stehen in der falschen Zeit oder übernehmen wörtliche Rede. Dabei folgt eine gute Inhaltsangabe einem festen Aufbau und ein paar klaren Regeln. Hier erfährst du, welche das sind und wie du dein Kind beim Üben unterstützt.
Was eine Inhaltsangabe ist und was nicht
Eine Inhaltsangabe informiert jemanden, der den Text nicht kennt, kurz und sachlich über das Wichtigste. Sie ist keine Nacherzählung: Spannung, Gefühle des Schreibers und ausgeschmückte Details gehören nicht hinein. Die Leserin soll danach wissen, worum es geht, ohne den Text gelesen zu haben.
Der Aufbau in drei Teilen
- Einleitung: Titel, Autorin oder Autor, Textsorte, Erscheinungsjahr falls bekannt, und in einem Satz das Thema. In der Kurzgeschichte „Das Fenster“ von … geht es um einen Jungen, der …
- Hauptteil: Die wichtigsten Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge, in eigenen Worten.
- Schluss (je nach Lehrkraft): Ein Satz zur Aussage des Textes oder eine kurze eigene Einschätzung. Hier vorher klären, was im Unterricht verlangt wird.
Die wichtigsten Regeln
- Präsens: Die Inhaltsangabe steht in der Gegenwart, auch wenn der Text in der Vergangenheit erzählt ist. Tom geht nach Hause, nicht Tom ging nach Hause. Was davor passiert ist, steht im Perfekt.
- Keine wörtliche Rede: Aus „Ich komme nicht mit“, sagt Lisa wird Lisa sagt, dass sie nicht mitkommt oder Lisa lehnt ab, mitzukommen.
- Eigene Worte: Keine Sätze aus dem Text abschreiben.
- Sachlich: Keine Ausrufe, keine Spannungswörter wie „plötzlich“ oder „auf einmal“, keine eigene Meinung im Hauptteil.
- Kurz: Als grobe Faustregel etwa ein Drittel bis ein Viertel der Länge des Originals, oft deutlich weniger.
So geht dein Kind vor
- Text zweimal lesen: Einmal für den Überblick, einmal genau.
- Unbekannte Wörter klären.
- Sinnabschnitte markieren: Wo beginnt ein neuer Handlungsschritt? Jedem Abschnitt eine kurze Überschrift geben.
- W-Fragen beantworten: Wer? Was? Wo? Wann? Warum? Mit welchen Folgen?
- Einleitungssatz schreiben.
- Hauptteil aus den Abschnittsüberschriften entwickeln.
- Überprüfen: Zeitform, wörtliche Rede, eigene Worte, Länge.
Die typischen Stolpersteine
- Präteritum statt Präsens: Der häufigste Fehler überhaupt, weil das Original in der Vergangenheit steht.
- Zu viele Einzelheiten: Alles wird erzählt, das Wichtige geht unter.
- Wörtliche Rede übernommen.
- Einleitung fehlt oder ist unvollständig: Titel und Autor vergessen.
- Spannend erzählt: „Und dann passierte etwas Unglaubliches …“ gehört in eine Erzählung, nicht in die Inhaltsangabe.
So übst du zu Hause
- Film in drei Sätzen: Nach einem Film oder einer Serienfolge den Inhalt in drei sachlichen Sätzen im Präsens zusammenfassen.
- Zeitform-Check: Einen kurzen Text gemeinsam vom Präteritum ins Präsens setzen.
- Wörtliche Rede umbauen: Fünf Sätze mit Anführungszeichen in indirekte Rede umwandeln.
- Kürzen üben: Eine fertige Inhaltsangabe noch einmal um ein Drittel kürzen. Was ist wirklich wichtig?
- Zeitungsmeldungen lesen: Sie zeigen, wie man sachlich und knapp informiert.
Lesen und Zusammenfassen in der eigenen Lern-Mission
Ein Drehbuch am Filmset, das zusammengefasst werden muss, ein Bericht für die Detektei, der nur das Wichtigste enthalten darf: In einer spannenden Geschichte wird das Zusammenfassen zur Aufgabe mit Sinn. Bei Lernen wie Helden ist dein Kind die Hauptfigur einer eigens erstellten Lern-Mission für Klasse 5 bis 7. Du gibst an, was gerade dran ist, zum Beispiel „Inhaltsangabe“ oder „Präsens und indirekte Rede“, und die Aufgaben der Mission üben genau das.
Die Lern-Missionen ansehen oder direkt eine eigene Lern-Mission erstellen.
Passend dazu: das oder dass?